Die Zwangsstörung ist eine psychische Erkrankung, die durch unwillkürlich wiederkehrende Gedanken (Zwangsgedanken) und zwanghafte Verhaltensweisen (Zwangshandlungen) gekennzeichnet ist, mit denen die durch diese Gedanken ausgelöste Angst verringert werden soll. Eine Zwangsstörung kann den Alltag erheblich beeinträchtigen und sich negativ auf die Arbeit, das soziale Leben und die persönlichen Beziehungen auswirken. Eine Zwangsstörung beginnt meist im Jugendalter oder im frühen Erwachsenenalter, kann aber in jedem Alter auftreten.
Was sind Zwangsgedanken?
Zwangsgedanken sind belastende und unkontrollierbare Gedanken, Bilder oder Impulse, die sich unwillkürlich aufdrängen. Diese Zwangsgedanken lösen bei den Betroffenen meist starke Angst und Stress aus.
Häufige Arten von Zwangsgedanken
Obwohl die Betroffenen wissen, dass ihre Zwangsgedanken unlogisch oder sinnlos sind, fällt es ihnen schwer, diese Gedanken zu stoppen. Die häufigsten Arten von Zwangsgedanken sind:
- Sauberkeit und Angst vor Verunreinigung: Übermäßige Angst vor Keimen, Schmutz oder Verunreinigung. Aus Sorge, sich zu beschmutzen oder sich mit einer Krankheit anzustecken, können Betroffene das Bedürfnis verspüren, ständig zu putzen.
- Ordnung und Symmetrie: Übermäßiger Wert darauf, dass Gegenstände in einer bestimmten Ordnung und symmetrisch angeordnet sind. Der Gedanke, dass Gegenstände in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet sein müssen.
- Angst vor Gefahr oder Schaden: Übermäßige Sorge, dass einem selbst oder nahestehenden Menschen etwas zustoßen könnte. Betroffene können das Bedürfnis verspüren, ständig Kontrollen durchzuführen, um für Sicherheit zu sorgen (etwa wiederholt zu prüfen, ob die Türen abgeschlossen sind).
- Religiöse und moralische Zwangsgedanken: Ständige Schuldgefühle oder Angst, eine Sünde zu begehen, im Zusammenhang mit religiösen oder moralischen Überzeugungen. Betroffene können das Bedürfnis verspüren, religiöse Rituale ständig zu wiederholen.
Was sind Zwangshandlungen?
Zwangshandlungen sind wiederkehrende Verhaltensweisen oder gedankliche Handlungen, die Betroffene unter innerem Zwang ausführen, um die durch Zwangsgedanken ausgelöste starke Angst zu verringern. Diese Verhaltensweisen treten meist als Reaktion auf Zwangsgedanken auf und können vorübergehend Erleichterung verschaffen. Diese Erleichterung hält jedoch nur kurz an, und die Zwangshandlungen können den Alltag der Betroffenen beeinträchtigen. Die häufigsten Zwangshandlungen sind:
- Übermäßiges Putzen und Waschen: Aufgrund ihrer Zwangsgedanken können Betroffene ständig ihre Hände waschen, duschen oder Gegenstände desinfizieren.
- Wiederholte Kontrollen: Wiederholt prüfen, ob Türen abgeschlossen, elektrische Geräte ausgeschaltet sind oder ob sich etwas an seinem Platz befindet.
- Zählen und Wiederholen: Eine bestimmte Handlung eine festgelegte Anzahl von Malen wiederholen (etwa Schritte zählen oder einen Gegenstand eine bestimmte Anzahl von Malen berühren).
- Ordnen und Symmetrie: Gegenstände ständig neu ordnen, damit sie in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet sind.